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Besuch von Kultusminister Piwarz in Heidenau

Veröffentlicht von Volkmar Lehnert (admin_2) am 10.07.2020
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Am Donnerstag, den 9. Juli 2020 empfing unser Mitglied AMS Ausbildungsgesellschaft für Metalltechnik und Schweißer mbH an ihrem Firmenhauptsitz in Heidenau das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK). Zum Auftakt führte Norbert Rokasky als Geschäftsführer gemeinsam mit Tino Buckenauer als Projektmanager einen gemeinsamen Rundgang durch die Räumlichkeiten der AMS mbH samt Lernwerkstatt, Schweißwerkstatt und Jugendhaus AMBOS. Dabei konnten Staatsminister Christian Piwarz und sein persönlicher Referent Björn Schaarschmidt anschauliche Eindrücke von einer gelungenen Umsetzung zur praktischen Berufsorientierung für junge Leute sowie zur Arbeitsmarktintegration für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gewinnen. Im Anschluss wurden aktuelle Themenschwerpunkte und politische Entwicklungen gemeinsam mit dem SMK und dem VSBI besprochen. Dazu brachte Volkmar Lehnert als Leiter der Landesgeschäftsstelle die Forderungen und Wünsche der Verbandsmitglieder in die Diskussion ein.

Die tragende Rolle der Bildungsträger für ein lebenslanges Lernen sowie deren schwierige Lage insbesondere im Kontext der Situation unter Corona ist dem Kultusministerium dabei sehr wohl bewusst, wenngleich eine Zuständigkeit für die „vierte Säule des Bildungswesens“ eher beim Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) gesehen wird. Im Krisenmodus habe sich laut Christian Piwarz jedes Ressort auf seinen gesetzlich definierten Erbringungsauftrag konzentriert, zu dem im Falle des SMK eben gerade nicht die berufliche Weiterbildung bzw. die gewerbliche Bildungsbranche zähle. Ein steuerfinanzierter Schutzschirm sei daher ebenso problematisch wie die Übernahme für Corona-Tests beim Lehrpersonal. Der VSBI verwies daher auf die kostenneutralen Möglichkeiten, sich im Kontext von Kabinettsitzungen bei Beschlüssen zum Thema Publikumsverkehr und Kindernotbetreuung stärker für die berufliche Weiterbildung einzusetzen und den Regierungskollegen vom SMWA ihre Verantwortlichkeit in puncto Existenzsicherung für die Bildungsunternehmen aufzuzeigen. Außerdem wurde die Option einer Nutzbarmachung des – für öffentliche und private Schulen im allgemeinbildenden Bereich kostenfreien – Lernportals LernSax angesprochen. Mit Verweis auf datenschutzrechtliche Fallstricke musste der Staatsminister auch in diesem Punkt vorerst eine Absage erteilen und verwies auf kommerzielle Anbieter.

Neben Unterstützungsmöglichkeiten im Hinblick auf eine mögliche zweite Corona-Welle ging es außerdem darum, tragfähige Perspektiven für die sächsische Bildungslandschaft für die Zeit nach Corona anzuschieben. Neben der Fokussierung auf eine authentisch gestaltete Berufsorientierung zur zielgerichteten Vorbereitung heranwachsender Nachwuchsfachkräfte im Übergang von allgemeinbildender Schule zur beruflichen Erstausbildung wurden speziell die Wichtigkeit von Inklusionsassistent*innen und kreativen Ganztagesangeboten zum Gesprächsthema gemacht. Staatsminister Piwarz betonte dabei, dass er die sächsischen Bildungsdienstleiter als verlässliche Kooperationspartner der allgemeinbildenden Schulen schätzt und daher auf eine innovative und agile Bildungsträgerlandschaft baut, wenn es darum geht, Schüler*innen ein Lernen an alternativen Lernorten im Kontext realer Arbeitswelten zu ermöglichen. Die vertiefte Berufsorientierung an der Schnittstelle Schule-Wirtschaft soll dafür auch weiterhin durch Praxisberater*innen und Lernwerkstätten mit Leben gefüllt werden, auch wenn die Förderung durch den Bund vorerst nicht mehr gewährleistet ist. Um das etablierte Konzept und die Zusammenarbeit der Schulen mit den erfahrenen Mitarbeiter*innen nicht zu gefährden, sieht der Staatsminister die Landesregierung in der Verantwortung einer umfänglichen Weiterfinanzierung, ggf. im Kontext von ESF-Mitteln. Ähnlich verhält es sich mit dem Programm zur Förderung von Inklusionsassistenten: wo der Bund sich in der neuen Förderperiode zurückzieht, muss der Freistaat Sachsen einspringen, damit die Pionierarbeit der engagierten Akteure im gesellschaftspolitisch hoch gehandelten Feld der Gleichberechtigung in puncto Bildungschancen nachhaltig fortgeführt werden kann. Mit Verweis auf den im Schulgesetz formulierten Inklusionsauftrag will das SMK sich daher dieses Thema laut Piwarz zu Herzen nehmen, ohne es jedoch deshalb komplett zu verstaatlichen.

Alle Beteiligten waren sich zudem darin einig, dass neben Transparenz und Kooperation vor allem eine pragmatische Besinnung auf erprobte Ansätze und neue Lösungen zielführend ist, um beim Thema Bildungschancen und berufliche Orientierung weiterhin landesweit gemeinsam Erfolg zu haben.

Zuletzt geändert am: 20.07.2020 um 10:41

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